Ringfunde

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Beringungsstation Leitersdorf: 47.149500, 16.024760
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Beringungsstation Leitersdorf
Dies ist ein Test, nur um mal zu Zeigen wie das aussieht.

 

Leitersdorf bei Hartberg, Österreich

Wiederfänge von im Ausland beringten Vögeln und Vögeln die im Naturschutzgebiet Leitersdorf beringt wurden

 Für jeden Beringer sind Wiederfänge, egal ob eigene oder fremde ein gewisser Lohn für die vielen Stunden, die an den Netzen verbracht werden. Rastplätze und Überwinterungsgebiete können so leicht festgestellt und deren eventueller Schutz in die Wege geleitet werden.
Viele Autoren haben sich in Fachzeitschriften und Büchern (Zinke) mit dem Vogelzug beschäftigt, um diesem Phänomen auf die Spur zu kommen. Ohne die wissenschaftliche Zugvogelberingung wären aber wahrscheinlich nur ein kleiner Teil all dieser Publikationen möglich gewesen.
Im NSG Leitersdorf wurden bis zum Jahre 2009 insgesamt 30 Vögel, die im europäischen Ausland beringt wurden, wieder gefangen und kontrolliert. 19 Exemplare von uns beringter Vögel sind im Ausland kontrolliert oder tot (z.T. erschossen wie beide Singdrosseln) gefunden worden..

Arten                                    Gesamt             im Ausland kontr.                         im Inland k.
Beutelmeise                           5                         3                                                 2
Grünfink                                 1                                                                            1
Heckenbraunelle                    3                         1                                                 2
Rohrammer                            35                       14                                               21
Schilfrohrsänger                     3                                                                            3
Singdrossel                             2                        2 (erschossen)

Es ergibt sich von selbst, dass viele gefangene und beringte Exemplare einer Art die Wahrscheinlichkeit eines Wiederfundes erhöht. In der Tabelle 1A ist auch ersichtlich, aus welchen Ländern die beringten Vögel bei uns durch- ziehen, bzw. wo die von uns beringten Exemplare wieder gefangen wurden. Heckenbraunelle und Grünfink sind in dieser Tabelle nicht angeführt.

Die Abkürzungen stehen für:
BM = Beutelmeise
RA = Rohrammer
SR = Schilfrohrsänger
SD = Singdrossel

Obwohl vom Sumpfrohrsänger viele Exemplare (1552 Individuen) beringt wurden, konnte kein einziger Fernfund verzeichnet werden. Dies liegt vermutlich an einer anderen Zugroute über Griechenland, Türkei in das zentrale Afrika.
Eigene Wiederfunde dieser Art werden alljährlich getätigt und es lässt sich daraus ersehen, wie ortstreu diese Vögel sind.
Aus der Tabelle 1B werden die Zugrouten der Rohrammer ersichtlich. Auch Zinke beschreibt in „Der Zug europäischer Singvögel“ die Zugroute ostskandinavischer Individuen über das Baltikum, Polen, Tschechien, Slowakei und Ostösterreich ins Winterquartier im nördlichen Italien bzw. ins südliche Frankreich und bis nach Spanien. Dass der Rückzug in den Monaten Februar und März aus dem norditalienischen Winterquartier auf der vermutlich gleichen Route verläuft, lässt sich aus den Ringfunden mit Bologna-Ringen erahnen.
Obwohl die Wissenschaftliche Vogelberingung viel zur Erklärung des Vogelzuges beigetragen hat, wären gewisse Fragen zu Zugrouten, wie z.B. Umwelteinflüsse, großflächige Wetterveränderungen mit lange andauernden Starkwinden usw. weitere Untersuchungen wert.
Ich möchte mich bei meinen Beringerkollegen Andreas Wutzl und Markus Russ für die langjährige Unterstützung bedanken. Für die Erstellung der Tabellen bin ich Frau Mag.Dr. Lisbeth Zechner und Ing. Karl Weinhofer zu besonderen Dank verpflichtet.

Johann Weinhofer


Ein seltener Gast in den Fangnetzen ist der Eisvogel (Photo: Johann Weinhofer)